Endlich wieder Sommerferien, endlich wieder Jugendfahrt!

Die Sonne strahlt, auf den Wiesen wird gespielt und alle Gäste der Jugendherberge in Oberreifenberg sind guter Laune. Nur auf der Rückseite der Herberge ist die Stimmung anders. Eine Gruppe von 30 aufgeregten Kindern steht vor einem aufwändig gebastelten Kamin, der den Eingang zum Gruppenraum versperrt. Eine kleine Frau mit strengem Blick und spitzem Hut beäugt die Neuankömmlinge. Nach kurzer Zeit beschließt ein Kind, den ersten Schritt zu wagen. Mit einiger Zurückhaltung und viel Vorsicht wird ein Fuß nach dem anderen in den dunklen Kamin gesetzt und die magischen Worte gesprochen, die die stellvertretende Schulleiterin ihnen mit auf den Weg gegeben hat. „Alohomora…“ doch der Kamin macht keine Anstalten den Eingang zur Schule freizugeben. Das war wohl etwas zu leise… „Alohomora!“ Plötzlich steigt Nebel auf, der Kamin fängt an zu ruckeln, die Rückseite der Wand öffnet sich und durch den Nebel kann es nur eine dunkle Gestalt mit langem Gewand und einem spitzen Hut erkennen. Das Kind krabbelt aus dem Kamin und der Nebel beginnt sich langsam zu verziehen. Jetzt kann man endlich das breite Grinsen des als Zauberer verkleideten Betreuers erkennen. „Willkommen an der KUSN- Zauberschule! Viel Spaß bei einem Schuljahr voller Magie und Zauberei“

Als endlich alle im Gruppenraum versammelt waren, begann die obligatorische Einteilung in die vier Häuser der Zauberschule. Ein alter Hut schickte jeden Einzelnen mit einem frechen Spruch in ihre Häuser. Der Schulleiter Dumbledore (oder wie auch immer der heißt) stellte die Professoren der Schule vor und präsentierte am Ende seiner Rede den Hauspokal, welchen es durch zahlreiche Spiele über die Woche hinweg zu gewinnen galt. Wie in jeder guten Schule gibt es natürlich auch Unterricht, der zu belegen ist. Waren die anfänglichen Minuten der ersten Stunde Kräuterkunde noch etwas schwere theoretische Kost, ging es in Verteidigung gegen die dunklen Künste endlich zur Sache. Es galt den perfekten Schutzzauber auf ein Ei anzuwenden, das anschließend aus dem Astronomieturm (geschätzte 4,26m) fallen gelassen werden musste.

Aber der Unterricht wurde schnell beendet, um sich wichtigeren Aufgaben zuzuwenden. Über die Woche fand der Schulleiter zahlreiche wichtigere Aufgaben als das theoretische Wissen über die Wirkung von Alraunen auf das Legen von Schnätzen. So muss die Küche aufgeräumt werden nachdem dort ein Poltergeist gewütet hat und Horkruxe müssen auf dem Schulgelände eingesammelt werden. Und nachts muss schon mal ein böser Zauberer vertrieben oder die Kammer des Schreckens aufgespürt werden.

Neben den Spielen um die Punkte bastelten die Kinder ihr eigenes Hauswappen, Zauberstäbe und Tagebücher. Natürlich kommt der Sportunterricht in einer Zauberschule auch nicht zu kurz. Neben den Muggelsportarten Fußball, Frisbeegolf oder Crossboccia steht das alljährliche Quidditch-Turnier auf dem Plan. Und auch beim immer spielbaren Koboldstein-Spiel wurden regelmäßig farbige Steine durch die Flure, Zimmer und den Gruppenraum geworfen. Auch etwas ruhigere Gemüter kamen durch Bommeln basteln und die traditionellen Werwolf-Runden auf ihre Kosten. Alle Aktivitäten unter der Woche wurden bewertet und brachten den Häusern Punkte auf ihr Hauspokalkonto. Der große Sieger der Woche und der Gewinner des Hauspokals war am Ende das Haus der Brokkoli-Katzen, die den Hauspokal beim Abschlussabend in die Höhe stemmen konnten. Aber irgendwie waren doch wir alle Gewinner auf der diesjährigen Jugendfahrt…

Zurück in Offenbach wurde vielen nochmal bewusst, was für eine schöne Woche sie hatten und nun konnten auch die Tränen nicht mehr zurück gehalten werden, da es für manche altersbedingt das letzte Mal als Teilnehmer war. Damit war auch uns Betreuern bewusst, dass sich die über 100 Arbeitsstunden zu hundert Prozent gelohnt haben. Wir freuen uns mit euch auf nächstes Jahr oder vielleicht sogar irgendwann als Betreuer.